Wie die Evangelisten Matthäus, Lukas und Johannes berichten, ging Jesus mit seinen Jüngern zum jüdischen Passahfest nach Jerusalem. Als sie zum Ölberg kamen, bat Jesus zwei der Jünger, vorauszugehen und nach einer Eselin und ihrem Fohlen zu suchen und diese zu ihm zu bringen. Die Jünger erfüllten diesen Auftrag und breiteten ihre Kleider auf dem Rücken des Fohlens aus. Jesus nahm Platz und ritt nach Jerusalem. Auf dem Weg dorthin versammelte sich eine immer größer werdende Menschenmenge, um Jesus zu empfangen. Einige Menschen breiteten ihre Kleider vor ihm aus, andere schnitten Zweige von den Palmen ab und streuten sie auf den Weg. Sie jubelten ihm zu: „Hosanna dem Sohn Davids! Gesegnet sei er, der kommt im Namen des Herrn. Hosanna in der Höhe!“ Als er in Jerusalem einzog, geriet die ganze Stadt in Aufregung, und man fragte: „Wer ist das?“ Die Leute sagten: „Das ist der Prophet Jesus von Nazareth in Galiläa.“ (Mt 21,1-11)
Rituale und ihre Bedeutung sind uns Erwachsenen bewusst und nahezu selbstverständlich, denn sie geben uns Sicherheit, Struktur im Tages,- oder Jahreslauf, geben uns Sicherheit, auch Zusammenhalt in der Gemeinschaft.
Was es den Kindern bedeutet, wurde an einem Nachmittag während des Spielens deutlich und wurde von uns Begleitern als so sehr berührend empfunden, so dass wir Sie gerne daran teilhaben lassen möchten.
Spontan wie Kinder im Spiel sind, folgen sie einem Impuls.
Ein Junge nahm eine Metallschüssel aus dem Spielhaus, schlug mit einem Löffel dagegen um sie zum Klingen zu bringen. Er meinte:“ Wie die Klangschale im Morgenkreis!“
Die Spielidee war somit geboren. Plötzlich begannen die Kinder gemeinsam und flink alle möglichen Materialien zu beschaffen.
Sämtliche!….Sitzkissen wurden ausgelegt ( und das sind viele) , rundherum um einen Tisch. Kleine Karten wurden auf dem Tisch platziert (im Morgenkreis stehen auf den Kärtchen Gebete, welches immer ein Kind auswählen darf), ebenso Teller und Spiellebensmittel aus der Spielküche ( … der Tisch sollte wohl gedeckt sein …), nebst einem Puppenmilchfläschen, welches die Kerze darstellen sollte.
Auch Puppen durften mitfeiern und bekamen einen Platz auf den Kissen, denn es sind schließlich viele Teilnehmer beim täglichen Morgenkreis anwesend.
Ein Mädchen, das noch im Bad war, um Hände zu waschen, rief in den Umtrieb: “Wartet auf mich, ich möchte auch im Morgenkreis dabei sein!“
Die prompte Antwort: “Aber klar, wir sind noch nicht fertig, ich hab eh noch was vergessen.“
Die Kinder setzten sich andächtig zusammen, ein Kind übernahm die Anleitung, bekreuzigte sich, die anderen folgten dem Vorbild und sie sprachen gemeinsam ein Gebet.
Das Kind meinte dann: „Heute geht es um das Thema Essen“.
Alle sprachen: “Vielen Dank für Speis und Trank“ ( … im Kindergartenalltag beenden wir mit diesem Spruch das Mittagessen …)
Darauf überlegten die Kinder, wofür sie sich noch bedanken könnten.
Ein Kind nach dem anderen gab kund, wofür es sich bei Gott bedankten wollte.
Es entstand ein ganz besonderer Moment von Wärme, Geborgenheit und Nähe, es fühlte sich heilig an, nicht gespielt, sondern authentisch und sehr ernst gemeint.
Eine Erzieherin fragte die Kinder, ob sie sich auch mitbedanken dürfe, was bejaht wurde.
Sie bedankte sich für den schönen Singkreis, für das Zusammensein und die Sonne, die den Kreis plötzlich beschien, für die wunderbaren Kinder, die diesen Moment geschaffen hatten.
Daraufhin leuchteten Kinderaugen, für einen Augenblick war der Raum gefüllt mit Stille, Schauen und Spüren.
Dann war der Kreis beendet und alle, wirklich alle, halfen mit, emsig und ohne Murren wieder aufzuräumen.
… Es ist nicht leicht, in diesem kleinen Bericht zu vermitteln, was an diesem Nachmittag so deutlich wurde. Man müsste tatsächlich dabei gewesen sein, um spüren zu können, was die Kinder ausgedrückt haben:
Dass sie ihren täglichen Morgenkreis schätzen, er ihnen sehr viel bedeutet,
dass durch den Morgenkreis Gemeinschaftsgefühl entsteht,
dass sie genau darauf achten, welcher Ablauf auf den anderen folgt,
dass sie genau zuhören, aufnehmen, und
dass auch das Göttliche seinen Platz im Morgenkreis einnimmt.
Dass sie nicht „nachplappern“, sondern eigene Gedanken dazu haben, welche sie äußern möchten, Gedanken und Ausdruck von Wertschätzung,
dass der tägliche gemeinsame Kreis ein wichtiger Bestandteil für sie ist,
dass das „Spiel Morgenkreis“ zum besonderen Moment wurde, eine sehr angenehme Stimmung entstand aus dem Tun der vielen Kinderhände.
Vielleicht können die Fotos dazu ein wenig vermitteln was gemeint ist.
Mir als Erzieherin und ganz persönlich erging es so, dass ich mit einem Lächeln nach Hause fuhr, nicht aufhören konnte zu lächeln und letztendlich die Kollegin, die den Morgenkreis in der Kita täglich mit viel Leidenschaft gestaltet, anrief am Abend , um ihr zu berichten und mich bei ihr dafür zu bedanken, welch tiefen, bedeutungsvollen Eindruck sie den Kindern nahezu jeden Tag mit auf deren Weg gibt.
Gerade in unserer „ noch immer anhaltenden fremdbestimmten Zeit“, machten die Kinder sichtbar, spürbar, welch große Gewichtung Rituale im Leben bedeuten. Sie stützen, halten, sind Gerüst, gerade auch in wirren Monaten.
Die Kinder reflektieren und spiegeln unser Handeln, sie nehmen auf und geben zurück von all dem, was sie erfüllt, be-füllt ,erfreut und sie beschäftigt.
Es ist so lohnenswert, auf sie zu schauen, ihnen zuzuhören und sie zu beachten, ihnen Raum zu geben und letztendlich beschenkt zu werden durch ihr Dasein.
… wieder flattern durch die Lüfte; Süße, wohlbekannte Düfte Streifen ahnungsvoll das Land. Veilchen träumen schon, Wollen balde kommen. – Horch, von fern ein leiser Harfenton! Frühling, ja du bist’s! Dich hab ich vernommen!
Eduard Mörike (1804 – 1875)
Im Eingangsbereich der Kita fegt Mütterchen Frühling den Schnee hinweg, damit die Schneeglöckchen und Krokusse den Menschen bunte Freude bereiten können. Auch ein Vogelnest ist mittlerweile zu sehen.
Am Aschermittwoch haben wir einander mit dem Aschekreuz gesegnet. Auf dem Weg bis Ostern werden die Kinder einiges aus dem Leben Jesu erfahren, zu Palmsonntag den Einzug nach Jerusalem nachlegen und in der Karwoche das letzte Abendmahl feiern, den Kreuzweg kindgerecht mitgehen und die Auferstehung miteinander erleben.
… für die Mitarbeiter der Kita. Am Plantag nach den Weihnachtsferien wurden wir mit einem wunderbaren Frühstück verwöhnt. Ganz herzlichen Dank an den Elternbeirat!
„Du musst das Leben nicht verstehen, dann wird es werden wie ein Fest. Und lass dir jeden Tag geschehen so wie ein Kind im Weitergehen von jedem Wehen sich viele Blüten schenken lässt.“
Der St. Martinstag der Kita St. Bartholomäus in Büchig begann damit, dass am frühen Morgen eine Erzieherin schwer beladen mit einer Kiste gespendeter Martinsgänse der Bäckerei Thollembeek in die Kita kam.
Die Kinder wussten – diese frisch gebackenen, lecker duftenden Gänse werden am Abend geteilt werden und sie waren voller Vorfreude!
Gemeinsam hörten die 2-6jährigen Kinder am Vormittag die Martinsgeschichte. Wie im Kino konnten sie dazu die schönen Bilder ganz groß an der Wand betrachten. Und hier wurde auch allen schnell klar, was es mit den Gänsen auf sich hatte. Die nämlich hatten Martin durch ihr Gegacker verraten, als er sich im Stall verstecken wollte, um seiner Ernennung zum Bischof zu entgehen. Weil seine guten Taten sich aber herumgesprochen hatten, wünschten die Menschen sich nichts sehnlicher, als ihn zu ihrem Oberhirten zu ernennen, denn wirklich gute Menschen gab es nicht allzu viele und Martin war ein außergewöhnlich hilfsbereiter, vertrauenswürdiger und konsequenter Mann, der das Soldatenleben verlassen hatte, um seiner inneren Überzeugung zu folgen.
Am Abend dann war es endlich soweit. Viele Wochen schon war darauf hin gebastelt, erzählt und gesungen worden!
Nun kamen die Kinder mit ihren Laternen und versammelten sich im lichtergeschmückten Hof. Dann starteten sie ihren Umzug, froh die traditionellen Laternenlieder singend, zogen durch die Straßen „über die Höhe“, blieben noch weiter oben im Kreis stehen, um das bekannte St. Martinslied zum besten zu geben, während abendliche einsame Jogger in großem Abstand um den kleinen Chor herumliefen.
Nach diesem innig vorgetragenen Konzert, das von wenigen Ohren, von Mond und Sternen und im eigenen Herzen wahrgenommen wurde, pilgerte die Schar wieder bergab zur Kita. Begleitet wurde der frohe Lauf und weiterhin muntere Gesang von freudig an den Fenstern stehenden Mitbürgern. Ein Mancher öffnete sogar die Türe, um den Zug vorbeiziehen zu sehen – stets im angemessenen Abstand bleibend.
In der eintretenden Dunkelheit leuchteten die Laternen ganz wunderschön.
Zurück in der Kita warteten ein großer Kessel mit dem allerleckersten Kinderpunsch und … die Martinsgänse, die miteinander geteilt wurden. Das war ein Schmaus!
Noch ein letztes Mal erklang das Martinslied im Kinderkreis im Freien, während die Kinder im Hof auf die abholenden Eltern warteten, dann zogen sie mit ihren Laternen nach Hause in ihre Familien.
Nach den ganzen Corona-Einschränkungen war es auch für die Erzieher sehr berührend, diesen Umzug veranstalten zu können.
… stehen vor der Tür und laden uns ein, über unsere zwischenmenschlichen Beziehungen nachzudenken. Seit Wochen denken Kinder und Erzieher an St. Martin, singen das Martinslied, erzählen die Geschichte und basteln Dinge, die an St. Martin erinnern.
Es wandelt sich auch unser Jahreszeitentisch im Windfang der Kita.
Tag für Tag kommen neue Elemente hinzu und jeder ist am Morgen, wenn er in die Kita kommt, gespannt, was sich verändert hat gegenüber dem Vortag.
Bis Weihnachten wird hier sichtbar werden, wie immer wieder gute Menschen einen Wandel im Bewusstsein der Menschen bewirken werden und das Licht in der Dunkelheit immer stärker werden wird.